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Drupal vs. WordPress: elf Unterschiede im Vergleich

WordPress passt für Blogs und überschaubare Websites. Drupal passt besser, wenn Inhalte strukturiert, mehrsprachig, mit vielen Rollen oder mit Schnittstellen zu anderen Systemen gepflegt werden.

Ein schlankes Stadtrad und ein Lastenrad mit beladener Transportkiste stehen nebeneinander an einer hellen Hauswand.
Beide fahren gut, nur nicht mit derselben Last: WordPress und Drupal sind für unterschiedliche Aufgaben gebaut. Bild: KI-generiert

Drupal vs. WordPress ist vor allem eine Frage der Anforderungen. Beide Systeme sind quelloffen, stehen unter der GPL und lassen Redakteure Inhalte ohne Programmierkenntnisse pflegen. Die Unterschiede zeigen sich bei Struktur, Rollen, Sprachen und der Arbeit im Entwicklerteam.

Ein Hinweis vorab: RedOrbit arbeitet seit 2009 mit Drupal. Wir haben uns um einen fairen Vergleich bemüht und alle Angaben zu Funktionen aus der offiziellen Dokumentation von wordpress.org und drupal.org übernommen. Wo WordPress die passendere Wahl ist, steht das hier auch.

Drupal vs. WordPress: die Unterschiede im Überblick

Die Tabelle zeigt den Stand vom Oktober 2026. Sie vergleicht, was der jeweilige Core mitbringt. Mit Plugins oder Modulen lässt sich in beiden Systemen mehr erreichen.

Drupal und WordPress im Vergleich
KriteriumDrupalWordPress
LizenzGNU GPL, Version 2 oder späterGNU GPL, Version 2 oder später
InhaltsstrukturInhaltstypen, Felder und Taxonomien im Core, über die Oberfläche anlegbarBeiträge und Seiten; eigene Inhaltstypen (Custom Post Types) per Code oder Plugin, Eingabemasken für Felder meist per Plugin
Redaktion und EditorEingabeformulare je Inhaltstyp; visueller Seitenaufbau mit dem Modul Drupal CanvasBlock-Editor (Gutenberg), seit WordPress 5.0 der Standard-Editor
Rollen und RechteEigene Rollen mit einzeln vergebenen Berechtigungen über die OberflächeSechs vordefinierte Rollen; weitere Rollen per Code oder Plugin
MehrsprachigkeitIm Core: vier Module für Sprache, Oberfläche, Inhalte und KonfigurationOberfläche in vielen Sprachen; mehrsprachige Inhalte über Plugins
BarrierefreiheitCore zielt auf WCAG 2.2 AA, auch in der VerwaltungCode im WordPress-Projekt soll WCAG 2.2 AA erfüllen
CachingSeiten-Cache und dynamischer Seiten-Cache im CoreSeiten-Cache über Plugins oder beim Hoster
SchnittstellenJSON:API als Core-ModulREST-API im Core, Erweiterungen meist über Plugins
Konfiguration und DeploymentKonfiguration als YAML-Dateien exportieren und in einer anderen Umgebung importierenEinstellungen liegen in der Datenbank
SicherheitEigenes Security Team; Advisories für Core und abgedeckte ModuleEigenes Security Team; automatische Core-Updates für Wartungs- und Sicherheitsreleases standardmäßig aktiv
KostenKeine Lizenzkosten; Aufwand vor allem für Konzeption und UmsetzungKeine Lizenzkosten; fertige Themes und Plugins senken den Einstiegsaufwand

Wann WordPress die bessere Wahl ist

WordPress ist für viele Websites die einfachere Lösung. Das gilt besonders in diesen Fällen:

  • Sie betreiben einen Blog oder ein Magazin, dessen Inhalte vor allem aus Beiträgen und Seiten bestehen.
  • Ihre Website hat eine überschaubare Struktur und wenige Redakteure mit ähnlichen Aufgaben.
  • Ein fertiges Theme trifft Ihr Design weitgehend, und Sie möchten schnell online gehen.
  • Ihr Team kennt WordPress bereits und soll die Website selbst betreuen.

Wann Drupal die bessere Wahl ist

Drupal lohnt sich, wenn die Anforderungen über eine klassische Website hinausgehen:

  • Ihre Inhalte haben viele Typen mit eigenen Feldern, zum Beispiel Produkte, Standorte, Veranstaltungen und Ansprechpartner, die untereinander verknüpft sind.
  • Die Website erscheint in mehreren Sprachen und soll übersetzt gepflegt werden.
  • Viele Redakteure arbeiten mit unterschiedlichen Rechten, etwa nach Abteilung oder Land.
  • Die Website tauscht Daten mit anderen Systemen aus, etwa mit einem CRM, einer Produktdatenbank oder einer App.

1. Sicherheit

Drupal hat ein eigenes Security Team, das Advisories für Core und für Module mit Sicherheitsabdeckung veröffentlicht. Diese Abdeckung gilt nur für stabile Releases von Modulen, deren Betreuer sie beantragt haben. Auf der Projektseite eines Moduls ist sie gekennzeichnet.

WordPress hat ebenfalls ein Security Team, und automatische Core-Updates für Wartungs- und Sicherheitsreleases sind auf den meisten Installationen standardmäßig aktiv. Für Plugins und Themes sind deren Entwickler zuständig. In beiden Systemen hängt die Sicherheit einer Website vor allem davon ab, ob Core und Erweiterungen regelmäßig aktualisiert werden und wie viele Erweiterungen im Einsatz sind.

2. Anpassbarkeit und Erweiterungen

Beide Systeme lassen sich über Hooks erweitern: Eigener Code klinkt sich an festgelegten Stellen ein und ändert das Verhalten. Drupal baut darüber hinaus auf Services und Plugins, die sich einzeln austauschen lassen. So lässt sich auch Kernverhalten ändern, ohne den Core anzufassen.

WordPress hat ein sehr großes Angebot an fertigen Plugins und Themes. Für viele Aufgaben gibt es eine Lösung, die man mit wenigen Klicks installiert. Bei Drupal entsteht das Design meist als eigenes Theme für das Projekt, was mehr Aufwand am Anfang bedeutet. Worauf es ankommt, ist das Verhältnis: wie viel Ihrer Website Standard sein darf und wie viel eigens gebaut werden muss.

Eine Hand passt an einer Schneiderpuppe die Schulter eines halbfertigen grauen Jacketts mit Stecknadeln an.
Wie viel von der Stange passt und wie viel auf Maß entstehen muss, entscheidet mit über das passende System. Bild: KI-generiert

3. Performance und Skalierung

Drupal bringt zwei Caching-Module im Core mit. Der Seiten-Cache ist standardmäßig aktiv und liefert Seiten an Besucher ohne Anmeldung aus dem Zwischenspeicher. Der dynamische Seiten-Cache beschleunigt Seiten für angemeldete Nutzer.

WordPress empfiehlt für das Caching ganzer Seiten Plugins, viele Hoster bieten es auch auf Serverebene an. Wie schnell eine Website unter Last bleibt, hängt in beiden Systemen stärker von Hosting, Caching, Theme und Erweiterungen ab als vom CMS selbst.

4. Redaktion und Editor

Seit WordPress 5.0 ist der Block-Editor der Standard. Redakteure setzen Seiten aus Blöcken zusammen und sehen dabei weitgehend, wie das Ergebnis aussieht. Für viele, die Texte und Bilder frei anordnen möchten, ist das sehr zugänglich.

Drupal arbeitet klassisch mit Formularen je Inhaltstyp: Titel, Teaser, Bild und Felder werden einzeln gepflegt und vom Theme einheitlich dargestellt. Für den visuellen Seitenaufbau gibt es das Modul Drupal Canvas, mit dem sich Seiten im Browser aus Komponenten zusammenstellen lassen. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Drupal Canvas.

5. Rollen und Rechte

In Drupal legen Sie Rollen über die Oberfläche an und vergeben jeder Rolle einzelne Berechtigungen. So darf etwa die Rolle „Presse“ nur Pressemitteilungen bearbeiten und die Rolle „Vertrieb“ nur Produktseiten.

WordPress bringt sechs vordefinierte Rollen mit, vom Abonnenten bis zum Super Admin (nur bei Multisite). Weitere Rollen entstehen per Code oder über ein Plugin. Für eine Redaktion mit klar verteilten Aufgaben reicht das oft aus. Bei vielen Abteilungen mit getrennten Zuständigkeiten ist das Modell von Drupal leichter abzubilden.

6. Mehrsprachigkeit

Drupal liefert Mehrsprachigkeit im Core über vier Module: für Sprachen, für die Übersetzung der Oberfläche, für Inhalte und für die Konfiguration. Menüs, Feldbezeichnungen und Inhalte lassen sich damit übersetzen, ohne zusätzliche Erweiterungen.

WordPress unterstützt laut eigener Dokumentation keine mehrsprachigen Websites ohne Erweiterung. Die Oberfläche gibt es zwar in vielen Sprachen, für übersetzte Inhalte braucht es ein Plugin. Wenn Sie mehrere Sprachen planen, sollten Sie früh klären, wie Übersetzungen gepflegt und ausgespielt werden.

7. Barrierefreiheit

Drupal Core zielt auf WCAG 2.2 in Stufe AA, für die öffentliche Seite und für die Verwaltung. WordPress erwartet dieselbe Stufe von Code im WordPress-Projekt, also vom Core, von den Websites auf wordpress.org und von offiziellen Plugins. In diesem Punkt liegen beide Systeme gleichauf.

Ob eine Website barrierefrei ist, entscheidet sich vor allem im Theme und in den Inhalten. Wie wir barrierefreie Themes umsetzen, steht auf der Seite zur Drupal-Theme-Entwicklung.

In Deutschland verlangt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) Barrierefreiheit unter anderem für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr gegenüber Verbrauchern. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind nach § 3 Abs. 3 ausgenommen. Ob das Gesetz für Ihre Website gilt, sollten Sie rechtlich prüfen lassen.

8. Inhaltsstruktur

In Drupal legen Sie Inhaltstypen, Felder und Taxonomien über die Oberfläche an. Ein Inhaltstyp „Veranstaltung“ bekommt zum Beispiel Felder für Datum, Ort und Referenten. Diese Felder lassen sich später filtern, sortieren und in Listen ausgeben.

WordPress speichert Inhalte als Beiträge und Seiten. Eigene Inhaltstypen heißen Custom Post Types und werden per Code oder Plugin registriert, Eingabemasken für eigene Felder kommen meist aus einem Plugin. Das funktioniert gut, die Struktur verteilt sich dann aber auf mehrere Erweiterungen.

Eine herausgezogene Schublade eines Karteischranks, eine Hand blättert durch unbeschriftete Karteikarten mit farbigen Reitern.
Je feiner die Ordnung angelegt ist, desto mehr lässt sich später daraus filtern und neu zusammenstellen. Bild: KI-generiert

9. Schnittstellen zu anderen Systemen

WordPress hat eine REST-API im Core, auf der auch der Block-Editor aufbaut. Sie liefert Beiträge, Seiten, Taxonomien und weitere Daten als JSON. Drupal bringt mit JSON:API ein Core-Modul mit, das alle Inhaltstypen über eine standardisierte Schnittstelle bereitstellt.

Für eine App, einen Headless-Auftritt oder den Abgleich mit einem CRM eignen sich damit beide. Der Unterschied liegt eher darin, wie gut Ihre Inhalte strukturiert sind. Was Drupal als Datenquelle für andere Frontends leistet, beschreibt unsere Seite zu Headless Drupal.

10. Entwicklung und Deployment

Drupal trennt Konfiguration und Inhalt. Inhaltstypen, Felder, Ansichten und Einstellungen lassen sich als YAML-Dateien exportieren, versionieren und in einer anderen Umgebung importieren. Core und Module werden mit Composer verwaltet. Änderungen werden so lokal entwickelt, auf einem Testsystem geprüft und dann live übernommen.

WordPress speichert Einstellungen in der Datenbank, in der Tabelle wp_options. Wer Änderungen zwischen Entwicklungs-, Test- und Live-System abgleichen will, braucht dafür eigene Abläufe. Bei einer kleinen Website mit einer Person in der Pflege fällt das kaum ins Gewicht, bei einem Team mit mehreren Entwicklern schon.

11. Kosten

Für beide Systeme fallen keine Lizenzkosten an. Die Kosten entstehen durch Konzeption, Design, Umsetzung, Hosting und Wartung. Bei WordPress senken fertige Themes und Plugins den Aufwand am Anfang. Bei Drupal ist der Einstieg meist aufwendiger, weil Struktur und Design für das Projekt gebaut werden.

Über die Laufzeit zählen Updates, Sicherheitspflege und die Zahl der Erweiterungen. Welche Faktoren den Aufwand bei Drupal bestimmen, erklärt der Beitrag Was kostet eine Drupal-Website?

Von WordPress zu Drupal wechseln

Ein Wechsel ist möglich. Für Drupal gibt es das Modul WordPress Migrate, das WordPress-Exporte im WXR-Format importiert: Beiträge, Seiten, Kommentare, Anhänge, Schlagwörter und Kategorien. Das Modul liegt bisher nur als Alpha-Version vor. Bei größeren Websites planen wir die Struktur in Drupal neu und übernehmen Inhalte und URLs gezielt. Wie das abläuft, lesen Sie auf der Seite zur Migration auf Drupal.

Welches System passt zu Ihnen?

WordPress ist eine gute Wahl für Blogs und überschaubare Websites, die schnell mit fertigen Bausteinen entstehen sollen. Drupal passt, wenn Inhalte stark strukturiert sind, in mehreren Sprachen erscheinen, von vielen Rollen gepflegt werden oder mit anderen Systemen verbunden sind. Was Drupal grundsätzlich ausmacht, steht im Beitrag Was ist Drupal?, den Vergleich mit einem weiteren CMS finden Sie unter TYPO3 vs. Drupal.

Wenn Sie noch unsicher sind, welches System zu Ihrem Vorhaben passt, sprechen wir das gern in einer Drupal-Beratung mit Ihnen durch.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Ist Drupal sicherer als WordPress?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Beide Projekte haben ein Security Team, das Lücken bearbeitet und Updates veröffentlicht. Entscheidend ist, dass Core und Erweiterungen aktuell sind und nur Erweiterungen im Einsatz sind, die gepflegt werden. Bei Drupal zeigt die Projektseite eines Moduls, ob es unter die Sicherheitsabdeckung durch das Security Team fällt.

Ist Drupal für Redakteure schwerer zu bedienen als WordPress?

Die Arbeitsweise ist anders. WordPress setzt auf den Block-Editor, in dem Seiten frei aus Blöcken entstehen. Drupal arbeitet mit Formularen je Inhaltstyp, die das Layout einheitlich halten, und bietet mit dem Modul Drupal Canvas einen visuellen Seitenaufbau. Am besten testet Ihre Redaktion typische Aufgaben in beiden Systemen.

Wann reicht WordPress aus?

Für Blogs, Magazine und Unternehmenswebsites mit überschaubarer Struktur, einer Sprache und wenigen Redakteuren reicht WordPress in der Regel aus. Das gilt besonders, wenn ein fertiges Theme Ihre Anforderungen an das Design weitgehend erfüllt.

Ist Drupal teurer als WordPress?

Lizenzkosten fallen bei keinem der beiden Systeme an. Der Einstieg ist bei Drupal meist aufwendiger, weil Struktur und Design für das Projekt gebaut werden. Über die Laufzeit hängen die Kosten von Umfang, Erweiterungen und Wartung ab. Mehr dazu im Beitrag Was kostet eine Drupal-Website?

Hat Drupal einen Block-Editor wie Gutenberg?

Drupal hat keinen Block-Editor im Core. Für den visuellen Seitenaufbau gibt es das Modul Drupal Canvas, mit dem Redakteure Seiten im Browser aus Komponenten zusammenstellen. Die Inhalte bleiben dabei an die Struktur und die Rechte von Drupal gebunden.

Kann man von WordPress zu Drupal wechseln?

Ja. Das Modul WordPress Migrate importiert Beiträge, Seiten, Kommentare, Anhänge, Schlagwörter und Kategorien aus einem WordPress-Export. URLs übernehmen wir oder leiten sie weiter. Mehr dazu auf der Seite zur Migration auf Drupal.

Autor

Christian Heyer
GF / Beratung / Konzeption / Projektmanagement

Christian Heyer ist Geschäftsführer der RedOrbit GmbH. Er berät Unternehmen seit 2009 zu Drupal und verantwortet Konzeption und Projektmanagement.

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