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Drupal-Module für Drupal 10 und 11: bewährte Erweiterungen im Überblick

Drupal-Module erweitern Drupal um Funktionen, die der Core nicht mitbringt. Diese Auswahl für Redaktion, SEO, Sicherheit und Administration ist auf Drupal 11 geprüft und läuft auch mit Drupal 10.

Eine Hand setzt einen Bit in einen Akkuschrauber, daneben ein offenes Set mit Aufsätzen.
Ein Gerät, viele Aufsätze: Module erweitern Drupal um genau die Aufgaben, die Ihre Website braucht. Bild: KI-generiert

Ein Drupal-Modul erweitert Drupal um eine Funktion. Ein Teil der Module steckt bereits im Core, also in Drupal selbst. Viele weitere stellt die Community auf drupal.org bereit, man nennt sie Contrib-Module. Was es nicht gibt, lässt sich als eigenes Custom-Modul programmieren.

Den Stand haben wir am 6. Oktober 2026 geprüft. Ein Modul der früheren Fassung ist herausgefallen, weil der Core seine Aufgabe übernommen hat.

Die Drupal-Module im Überblick

Die Tabelle zeigt, wofür ein Modul gedacht ist und ob Drupal selbst schon etwas Ähnliches mitbringt. Alle aufgeführten stabilen Versionen stehen laut drupal.org unter der Security Advisory Policy. Sicherheitslücken in ihnen werden also koordiniert gemeldet und behoben.

Drupal-Module im Überblick
ModulWofürStabile Version für Drupal 11Alternative im Core
ParagraphsSeiten aus vordefinierten InhaltsbausteinenjaLayout Builder
Inline Entity FormReferenzierte Inhalte direkt im Formular bearbeitenjakeine
Entity BrowserInhalte und Dateien in Sonderfällen auswählenjaMedia Library
WebformFormulare mit beliebigen Feldern und AbläufenjaContact (einfache Kontaktformulare)
PathautoSprechende URLs automatisch erzeugenjaPath (nur manuelle Aliase)
RedirectWeiterleitungen von alten auf neue URLsjakeine
MetatagTitle, Description und weitere Meta-Tagsjakeine
Simple XML SitemapXML-Sitemap für Suchmaschinenjakeine
Rabbit HoleSteuern, was beim direkten Aufruf einer Entität passiertjakeine
HoneypotSpamschutz für Formulare ohne CAPTCHAjakeine
Security ReviewKonfiguration gegen eine Sicherheits-Checkliste prüfenjakeine
Upgrade StatusModule und Code vor einem Major-Upgrade prüfenjakeine
ShieldTestumgebung per Passwort sperrenjaBasic Auth im Webserver
Search APISuche mit eigenen Indizes und FilternjaSearch (einfache Suche)
Admin ToolbarAufklappbare Admin-MenüsjaToolbar / Navigation
CoffeeAdmin-Seiten per Tastatur aufrufenjakeine
Twig TweakZusätzliche Funktionen und Filter für Twig-Templatesjakeine

Ein Modul aus der Liste brauchen Sie nur, wenn Sie die Funktion wirklich nutzen. Jedes zusätzliche Modul muss bei Updates mitgepflegt werden.

Module für Redaktion und Inhalte

Paragraphs

Mit Paragraphs baut die Redaktion eine Seite aus Bausteinen zusammen: Textblock, Bild mit Text, Zitat, Galerie. Welche Bausteine es gibt und wie sie aussehen, legt die Entwicklung fest. So bleibt die Gestaltung einheitlich, und niemand muss alles in ein einziges Textfeld schreiben.

Ein Beispiel ist die Website von Die Mitterfelder, deren Inhalte aus Paragraphs-Bausteinen entstehen. Für Seiten mit frei gestaltbarem Layout gibt es inzwischen auch den Layout Builder im Core und Drupal Canvas. Wie sich die drei unterscheiden, steht im Beitrag zu Drupal Canvas.

Inline Entity Form

Inline Entity Form erlaubt es, verknüpfte Inhalte direkt im Formular des Hauptinhalts anzulegen und zu bearbeiten. Der typische Fall ist ein Shop: Ein Produkt hat mehrere Varianten, und die pflegt man am liebsten auf derselben Seite. Deshalb begegnet Ihnen das Modul häufig in Projekten mit Drupal Commerce.

Entity Browser und Media Library

Entity Browser stellt eine Auswahlmaske für beliebige Entitäten bereit, etwa Bilder, Dateien oder andere Seiten. Für Bilder und Medien ist heute aber die Media Library aus dem Core der übliche Weg. Sie zeigt vorhandene Medien als Raster, lässt sie filtern und wiederverwenden. Entity Browser lohnt sich nur noch für Sonderfälle, die die Media Library nicht abdeckt.

Webform

Webform ist das Formularmodul für Drupal. Damit entstehen Kontaktformulare, Anmeldungen, Umfragen oder mehrseitige Anträge, mit Bedingungen, Bestätigungsmails und Export der Einsendungen. Das Contact-Modul im Core reicht nur für einfache Kontaktformulare.

Search API

Search API ist ein Gerüst für Suchfunktionen über beliebige Inhalte. Der Index kann in der Datenbank liegen oder in einer eigenen Suchmaschine wie Solr. Mit Zusatzmodulen kommen Filter, sogenannte Facetten, und Vorschläge beim Tippen dazu. Die Suche im Core genügt für einfache Volltextsuche.

Module für SEO und URLs

Pathauto

Pathauto erzeugt sprechende URLs automatisch nach festen Mustern, zum Beispiel aus dem Titel eines Beitrags. Ohne das Modul muss die Redaktion jeden Pfad von Hand eintragen. Pathauto braucht das Modul Token, Composer installiert es mit.

Redirect

Redirect verwaltet Weiterleitungen von alten auf neue Adressen. Zusammen mit Pathauto legt es auf Wunsch automatisch eine Weiterleitung an, wenn sich ein Titel und damit die URL ändert. Bei einem Relaunch oder einer Migration gehört es dazu, sonst laufen Links und Suchergebnisse ins Leere. Auf der Projektseite sucht das Modul derzeit weitere Maintainer, es wird aber weiter gepflegt.

Metatag

Metatag steuert die Meta-Tags einer Seite: Title, Description, Canonical-URL und die Angaben für soziale Netzwerke. Standardwerte gelten je Inhaltstyp, einzelne Seiten lassen sich überschreiben. Ohne Metatag hat Drupal dafür keine Oberfläche.

Simple XML Sitemap

Simple XML Sitemap erzeugt die XML-Sitemap, die Sie in der Google Search Console einreichen. Sie legen fest, welche Inhaltstypen hineingehören. Neue Seiten erscheinen danach von selbst in der Sitemap.

Rabbit Hole

Rabbit Hole legt fest, was passiert, wenn jemand eine Entität direkt über ihre eigene URL aufruft. Möglich sind die normale Anzeige, eine Seite „nicht gefunden“, „Zugriff verweigert“ oder eine Weiterleitung. Das hilft bei Inhalten, die nur als Teil anderer Seiten gedacht sind, etwa Slider-Elemente oder Teammitglieder. So landen keine leeren Einzelseiten im Suchindex. Ein Schutz für vertrauliche Inhalte ist das nicht, dafür sind Berechtigungen zuständig.

Module für Sicherheit und Betrieb

Honeypot

Honeypot hält Spam-Bots aus Formularen fern, ohne Besucher mit einem CAPTCHA zu belästigen. Das Modul nutzt zwei Merkmale. Ein für Menschen unsichtbares Feld bleibt bei echten Besuchern leer, Bots füllen es aus. Außerdem gilt ein Formular als verdächtig, wenn es schneller abgeschickt wird, als ein Mensch tippen kann. Honeypot wirkt auf Webforms, Kontakt-, Registrierungs- und Kommentarformulare.

Security Review

Security Review prüft die Konfiguration einer Website gegen eine Checkliste typischer Fehler. Dazu gehören Dateirechte, gefährliche Textformate und zu weit gefasste Berechtigungen. Das Ergebnis ist eine Liste mit bestanden und nicht bestanden. Ein Sicherheitsaudit oder regelmäßige Updates ersetzt das nicht.

Upgrade Status

Upgrade Status zeigt, ob eine Website bereit für die nächste Hauptversion ist. Es prüft die Systemumgebung, die installierten Contrib-Module und den eigenen Code auf veraltete Funktionen. Vor jedem Upgrade auf Drupal 11 ist es das erste Werkzeug. Warum das gerade jetzt ansteht, steht im Beitrag zum Drupal 10 Support-Ende.

Shield

Shield sperrt eine Website hinter Benutzername und Passwort per HTTP-Authentifizierung. Das ist für Entwicklungs- und Testumgebungen gedacht, damit Google und Fremde unfertige Seiten nicht sehen. Wer Zugriff auf die Serverkonfiguration hat, kann denselben Schutz auch direkt im Webserver oder beim Hoster einrichten.

Ein geschlossener Bauzaun vor einem unfertigen Gebäude, dahinter Gerüst und Kran.
Wie ein Bauzaun hält Shield Fremde von einer Testumgebung fern, solange daran gebaut wird. Bild: KI-generiert

Module für Administration und Entwicklung

Admin Toolbar

Admin Toolbar macht aus der Werkzeugleiste von Drupal ein Menü mit Untermenüs. Redaktion und Administration erreichen jede Verwaltungsseite mit einem Klick, statt sich durch mehrere Ebenen zu hangeln.

Coffee

Coffee öffnet mit der Tastenkombination Alt + D ein Suchfeld. Sie tippen einen Begriff wie „Menü“ oder „Benutzer“ und springen direkt zur passenden Admin-Seite. Das spart vor allem denen Zeit, die täglich im Backend arbeiten.

Twig Tweak

Twig Tweak ergänzt die Template-Sprache Twig um Funktionen und Filter. Damit lassen sich zum Beispiel Blöcke, Views oder einzelne Felder direkt im Template ausgeben. Das Modul richtet sich an Theme-Entwickler, Redaktionen merken davon nichts.

Was aus Advanced CSS/JS Aggregation wurde

In der früheren Fassung dieses Beitrags stand Advanced CSS/JS Aggregation als Modul für schnellere Ladezeiten. Laut Projektseite ist es seit Drupal 10.1 überflüssig, weil der Core die meisten Funktionen selbst mitbringt. Für Drupal 11 gibt es keine Version, die Maintainer empfehlen die Deinstallation.

So geht es bei jedem Upgrade: Manche Module übernimmt der Core. Vor einem Versionssprung lohnt sich deshalb ein Blick auf jedes installierte Modul.

So prüfen Sie, ob ein Drupal-Modul zu Drupal 11 passt

  1. Projektseite öffnen. Unter „Releases“ auf drupal.org steht für jede Version, mit welchen Drupal-Versionen sie läuft, etwa „Works with Drupal: ^10.3 || ^11“.
  2. Stabile Version suchen. Alpha-, Beta- und RC-Versionen sind für Tests gedacht. Für eine Website im Betrieb sollte es eine stabile Version geben.
  3. Sicherheitsabdeckung prüfen. Ein grünes Schild mit dem Hinweis auf die Security Advisory Policy bedeutet, dass Lücken koordiniert gemeldet und behoben werden.
  4. Wartungsstatus lesen. „Actively maintained“ ist gut, „Minimally maintained“ oder „Seeking new maintainer“ sind Warnzeichen.
  5. Nutzung und Issue-Queue ansehen. Viele Installationen und eine Issue-Queue, in der Fehler beantwortet werden, sprechen für ein lebendiges Projekt.
  6. Mit Upgrade Status testen. Das Modul prüft auf der eigenen Website, ob installierte Module und eigener Code für die nächste Version bereit sind.
  7. Mit Composer installieren. Composer prüft die Versionsangaben und verweigert die Installation, wenn ein Modul nicht zur installierten Drupal-Version passt.

Module aktuell zu halten, gehört zur laufenden Pflege einer Website. Wie wir Sicherheitsupdates für Core und Module einspielen, lesen Sie bei der Drupal-Wartung.

Wenn es kein passendes Modul gibt

Manchmal deckt kein Contrib-Modul die Anforderung ab, oder das passende Modul wird nicht mehr gepflegt. Dann ist ein eigenes Modul oft der sauberere Weg als ein vorhandenes Modul, das man umbiegt. Typisch sind Schnittstellen zu einem ERP, CRM oder einer Fachanwendung und Abläufe, die es nur in Ihrem Unternehmen gibt.

Ein eigenes Modul folgt denselben Regeln wie Contrib-Module und lässt sich mit Drupal mit aktualisieren. Mehr dazu bei der Drupal-Modulentwicklung. Für KI-Funktionen gibt es inzwischen das Modul AI, mehr dazu im Beitrag zu Drupal AI.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Was ist ein Drupal-Modul?

Ein Modul ist ein Paket aus Code, das Drupal um eine Funktion erweitert. Core-Module gehören zu Drupal selbst. Contrib-Module stellt die Community kostenlos auf drupal.org bereit. Custom-Module werden für eine einzelne Website programmiert, wenn es keine passende Lösung gibt.

Wie installiere ich ein Drupal-Modul?

Empfohlen ist Composer. Den Befehl, etwa composer require drupal/pathauto, finden Sie auf der Projektseite unter „Releases“. Danach aktivieren Sie das Modul unter „Erweitern“ (/admin/modules) oder mit Drush. Die Schritte beschreibt die Anleitung auf drupal.org.

Wie erkenne ich, ob ein Modul mit Drupal 11 funktioniert?

Auf der Projektseite steht bei jeder Version unter „Works with Drupal“, welche Drupal-Versionen unterstützt werden. Steht dort „^11“, läuft die Version mit Drupal 11. Achten Sie zusätzlich auf eine stabile Version mit Sicherheitsabdeckung. Auf Ihrer eigenen Website prüft das Modul Upgrade Status alle installierten Module auf einmal.

Was passiert mit meinen Modulen beim Upgrade auf Drupal 11?

Jedes Modul braucht eine Version, die mit Drupal 11 läuft. Für die Module in diesem Beitrag gibt es sie bereits. Einige Module sind überflüssig geworden, weil der Core ihre Aufgabe übernommen hat, andere werden nicht mehr gepflegt und brauchen Ersatz. Warum das Upgrade jetzt ansteht, lesen Sie im Beitrag zum Drupal 10 Support-Ende.

Wie viele Module sind zu viele?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Jedes Modul bringt aber Updates, mögliche Sicherheitslücken und Abhängigkeiten mit, die bei jedem Upgrade geprüft werden müssen. Installieren Sie deshalb nur Module, deren Funktion Sie nutzen, und entfernen Sie, was nicht mehr gebraucht wird.

Kann RedOrbit ein eigenes Drupal-Modul programmieren?

Ja. Wenn kein Contrib-Modul passt, entwickeln wir ein eigenes Modul, zum Beispiel für Schnittstellen oder besondere Abläufe. Mehr dazu auf der Seite zur Drupal-Modulentwicklung.

Autor

Christian Heyer
GF / Beratung / Konzeption / Projektmanagement

Christian Heyer ist Geschäftsführer der RedOrbit GmbH. Er berät Unternehmen seit 2009 zu Drupal und verantwortet Konzeption und Projektmanagement.

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