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Drupal Themes: fertiges Theme, Basis-Theme oder eigenes Design?

Für Drupal gibt es drei Wege zum Design: ein fertiges Theme, ein Basis-Theme mit eigenem Subtheme oder ein eigenes Theme aus dem Starterkit. Welcher passt, hängt vor allem an Ihrem Corporate Design.

Zwei Wohnungen mit gleichem Grundriss nebeneinander, links schlicht eingerichtet, rechts individuell mit einem roten Sessel.
Gleicher Grundriss, andere Einrichtung: Das Theme bestimmt, wie eine Drupal-Website aussieht, nicht was sie kann. Bild: KI-generiert

Das Theme bestimmt, wie eine Drupal-Website aussieht, und besteht aus Vorlagen für das HTML sowie aus Stylesheets und Scripts. Inhalte und Funktionen liefern dagegen der Core, also das Grundsystem von Drupal, und die Module. Für einen Blog oder eine kleine Vereinsseite genügt oft eines der kostenlosen Drupal Themes. Ein Unternehmen mit eigener Marke fährt meist mit einem Basis-Theme und eigenem Subtheme besser.

Auf drupal.org stehen 3.370 Themes zum Download. Diese und alle weiteren Zahlen in diesem Beitrag haben den Stand Oktober 2026. Mit einem fertigen Theme lassen sich eigene Schriften, Abstände und Bausteine aber nur mit viel zusätzlichem CSS umsetzen.

Wo Sie kostenlose Drupal Themes finden

Die zentrale Quelle ist die Theme-Liste auf drupal.org. Mit dem Filter „Works with“ grenzen Sie die Auswahl auf Drupal 11 ein. Alle dort veröffentlichten Themes stehen unter der freien Lizenz GPL.

Auf der Projektseite eines Themes sollten Sie vier Angaben prüfen:

  • „Works with Drupal“ nennt die unterstützten Drupal-Versionen.
  • Das Datum des letzten Releases zeigt, ob das Theme noch gepflegt wird.
  • Der Hinweis auf die Sicherheitsrichtlinie (Security Advisory Policy) bedeutet, dass das Sicherheitsteam von Drupal zu Lücken in stabilen Versionen Warnungen veröffentlicht.
  • Die Zahl der Websites, die das Theme nutzen, zeigt seine Verbreitung.

Die Installation eines Themes läuft so ab:

  1. Theme auf drupal.org auswählen.
  2. Theme mit Composer laden, etwa mit „composer require drupal/bootstrap_barrio“. Composer ist das Werkzeug zur Paketverwaltung.
  3. Im Backend unter „Darstellung“ installieren und als Standard festlegen.
  4. Blöcke und Regionen prüfen. Regionen sind die Bereiche eines Themes, etwa Menü oder Fußzeile, und unterscheiden sich von Theme zu Theme.

Frontend-Theme und Admin-Theme

Eine Drupal-Website nutzt in der Regel zwei Themes. Das Frontend-Theme gestaltet die Seiten, die Ihre Besucher sehen. Im Admin-Theme arbeitet Ihre Redaktion, wenn sie Inhalte im Backend pflegt.

Olivero und Claro im Core

Drupal 11 enthält Olivero als Frontend-Theme und Claro als Admin-Theme. Olivero ist schlicht gestaltet und barrierearm angelegt. Für einfache Websites ohne eigenes Design ist es ein brauchbarer Start.

Mit Drupal 11.5, das im Dezember 2026 erscheint, gelten beide Themes als veraltet. In Drupal 12 fehlen sie im Core. Olivero wird als Contrib-Projekt weitergeführt, also getrennt vom Core auf drupal.org gepflegt. Für Claro gibt es ebenfalls ein Contrib-Theme.

Unter Drupal 11 ändert sich für Websites mit Olivero oder Claro zunächst nichts. Vor dem Schritt auf Drupal 12 installieren Sie das jeweilige Contrib-Projekt mit Composer. Im Backend können Sie stattdessen auf Gin wechseln.

Gin als Admin-Theme

Gin ist ein Drupal-Admin-Theme, das aus Claro hervorgegangen ist. Es hat einen dunklen Modus und läuft laut drupal.org auf über 100.000 Websites. Drupal CMS, die vorkonfigurierte Fassung von Drupal, verwendet Gin im Backend.

Seit Drupal 11.4 enthält der Core eine Fassung von Gin als experimentelles Theme „Default Admin“. Experimentell heißt, dass es nutzbar ist, sich aber noch ändern kann. Sobald es stabil ist, löst es Claro als Standard ab. Auf redorbit.de arbeiten wir mit Gin 5.0 aus dem Contrib-Projekt.

Basis-Themes und Starterkit

Ein Basis-Theme liefert Grundgerüst und Vorlagen, aber wenig eigenes Aussehen. Darauf setzt ein Subtheme auf. Es erbt alles vom Basis-Theme und enthält nur Ihre Anpassungen. Updates des Basis-Themes lassen sich weiter einspielen, ohne dass Ihre Gestaltung verloren geht.

Bootstrap Barrio

Bootstrap ist ein CSS-Framework mit fertigem Raster und Bedienelementen. Wer Drupal mit Bootstrap einsetzen will, kann Bootstrap Barrio nutzen. Es bindet Bootstrap 5 in Drupal ein und ersetzt dafür die Standard-Vorlagen durch eigene Twig-Vorlagen. Twig ist die Vorlagensprache, in der Drupal-Themes ihr HTML beschreiben.

Version 5.5.21 läuft mit Drupal 11.2 und neuer sowie mit Drupal 12. Das mitgelieferte Beispiel-Subtheme arbeitet nur mit CSS. Für eigene Farben und Schriften gibt es das ergänzende Projekt „Bootstrap 5 SASS Starter Kit“. Mit dem Starterkit im Core hat es nichts zu tun.

Im Starter Kit passen Entwickler Variablen in Sass-Dateien an. Sass ist eine Erweiterung von CSS, aus der beim Bauen das fertige Stylesheet entsteht.

Radix

Radix ist ebenfalls ein Basis-Theme mit Bootstrap 5, legt aber den Schwerpunkt auf Komponenten. Version 6 nutzt dafür die Single Directory Components des Cores. Bei diesem Verfahren liegen alle Dateien eines Bausteins in einem gemeinsamen Ordner.

Ein Subtheme legen Sie bei Radix mit Drush an, dem Kommandozeilenwerkzeug für Drupal. Neue Komponenten erzeugt ein eigenes Werkzeug von Radix. Radix 6 unterstützt Drupal 10.3, 11 und 12.

Das Starterkit im Core

Drupal 11 enthält einen Theme-Generator namens Starterkit. Laut drupal.org sollen neue Themes diesen Generator nutzen. Ein Befehl erzeugt aus einer Vorlage eine Kopie, die danach Ihr eigenes Theme ist.

Anders als ein Subtheme erbt die Kopie keine späteren Änderungen der Vorlage. Verbesserungen übernimmt Ihr Entwickler bei Bedarf gezielt von Hand. Umgekehrt kann ein Update der Vorlage Ihr Theme auch nicht unerwartet verändern.

Drupal CMS nutzt das Theme Mercury, das auf dem CSS-Framework Tailwind CSS aufbaut. Die Entwickler von Mercury raten ausdrücklich davon ab, ein Subtheme davon zu bauen. Sie empfehlen, Mercury mit dem Starterkit zu kopieren.

Fertiges Theme, Basis-Theme oder eigenes Design im Vergleich

Die drei Wege unterscheiden sich darin, wie viel von Ihrem Design sich umsetzen lässt. Entscheidend ist dabei das Markup, also das HTML, das die Vorlagen eines Themes erzeugen. Den Aufwand bestimmen Zahl und Art Ihrer Seitentypen.

Drei Wege zum Design im Vergleich
WegAufwandGestaltungsfreiheitWartungPasst für
Fertiges Theme, etwa Oliverogeringgering, Layout und Markup sind vorgegebengering, Updates kommen vom ProjektBlog oder kleine Vereinsseite
Basis-Theme mit Subtheme, etwa Bootstrap Barriomittelhoch, im Rahmen der Basismittel, Updates der Basis prüfen, Subtheme pflegenUnternehmenswebsite mit eigenem Corporate Design
Eigenes Design, etwa aus dem Starterkithochsehr hoch, volle Kontrolle über Markup und CSShoch, Pflege liegt bei Ihnen oder Ihrer Agentureigenes Designsystem oder visueller Seitenbaukasten (Drupal Canvas)

Wann ein eigenes Theme nötig ist

Barrierefreiheit verlangt Kontrolle über das Markup. Überschriften und die Auszeichnung für Screenreader entstehen in den Vorlagen des Themes. Bei einem fremden Theme müssen Sie diese Vorlagen häufig erst umbauen.

Welche Pflichten das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz bringt, erklärt unser Beitrag zur barrierefreien Website mit Drupal. Ein eigenes Theme kann außerdem schneller laden, weil es nur das Markup und die Schriften enthält, die Ihre Seiten brauchen. Die Ladezeit fließt auch in die Bewertung durch Suchmaschinen ein. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag zu Drupal SEO.

Auch die Redaktion profitiert. Mit einem eigenen Theme bekommt sie genau die Bausteine, die zu Ihren Inhalten passen. Fertige Themes enthalten dagegen viele Einstellungen, die im Alltag kaum jemand nutzt.

Design und Technik übernehmen wir in der Drupal-Theme-Entwicklung. Für das Rezeptportal Simply Yummy haben wir das Theme neu gebaut. Bei Sylt Fräulein entstand das Theme mit dem Wechsel auf Drupal 11. In den Projekten Die Mitterfelder und Desideria haben wir Funktionen für mehr Barrierefreiheit umgesetzt.

Auf einem Zuschneidetisch liegt ein Schnittmuster auf Stoff, eine Hand korrigiert eine Linie mit roter Schneiderkreide.
Ein bewährtes Schnittmuster als Grundlage, angepasst an die eigenen Maße: So arbeitet ein Subtheme auf einem Basis-Theme. Bild: KI-generiert

So ist das Theme von redorbit.de aufgebaut

Seit dem Relaunch am 8. Oktober 2026 läuft redorbit.de mit unserem eigenen Theme ro26. Es ist ein Subtheme von Bootstrap Barrio. Bootstrap liefert darin hauptsächlich das Raster und das Script für das mobile Menü.

Das Stylesheet von Barrio haben wir abgeschaltet. Das gesamte Erscheinungsbild kommt aus ro26. Die Schriftdateien liegen im Theme selbst und werden nicht von fremden Servern geladen. Updates von Barrio können wir trotzdem einspielen, ohne dass sich dessen Gestaltung mit unserer überschneidet.

Die Seiten setzt die Redaktion aus Abschnitten zusammen, etwa Karten oder FAQ. Jeder Abschnittstyp hat eine eigene Twig-Vorlage im Theme. Neue Seiten entstehen ohne Entwickler, und der Auftritt bleibt einheitlich.

Single Directory Components und Drupal Canvas

Seit Drupal 10.3 gehören Single Directory Components fest zum Core. Ein Baustein wie eine Karte bringt darin sein eigenes Aussehen und Verhalten mit. Das hält ein Theme übersichtlich, und Bausteine lassen sich in anderen Projekten wiederverwenden.

Drupal Canvas, der neue visuelle Seitenbaukasten, nutzt diese Komponenten ebenfalls. Redakteure stellen Seiten darin per Drag-and-drop zusammen. Themes und Module können eigene Komponenten für Canvas bereitstellen. Mehr dazu erklärt unser Beitrag zu Drupal Canvas.

Planen Sie ein neues Theme am besten als Sammlung von Bausteinen statt als Folge von Einzelseiten. Damit bleibt der Weg zu Canvas offen, auch wenn Ihre Redaktion heute noch mit Formularen arbeitet.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Gibt es kostenlose Drupal Themes?

Ja. Jedes Theme auf drupal.org steht unter der GPL in Version 2 oder neuer und darf kostenlos genutzt und verändert werden. Auch kostenpflichtige Themes anderer Anbieter müssen unter der GPL weitergegeben werden. Kosten entstehen erst durch die Anpassung an Ihr Design.

Kann ich ein WordPress-Theme in Drupal nutzen?

Nein. WordPress-Themes arbeiten mit PHP-Vorlagen und den Funktionen von WordPress, Drupal-Themes mit Twig und den Strukturen von Drupal. Übertragen lässt sich das Design mit Farben und Schriften. Die technische Umsetzung entsteht für Drupal neu.

Soll ich jetzt auf Gin wechseln?

Nutzt Ihre Website noch Claro, ist ein Wechsel sinnvoll. Claro fehlt in Drupal 12 im Core. Gin ist als Contrib-Projekt in einer stabilen Version verfügbar, die das Sicherheitsteam von Drupal betreut. Die Core-Fassung „Default Admin“ ist dagegen noch experimentell.

Welches Theme nutzt Drupal CMS?

Installieren Sie Drupal CMS mit der allgemeinen Vorlage „Starter“, erhalten Sie im Frontend das Theme Mercury. Die Website-Vorlage Byte enthält ein eigenes Theme, das ebenfalls Byte heißt. Im Backend arbeitet Drupal CMS mit Gin.

Muss ich für ein neues Theme die Website neu bauen?

Meist nicht. Inhalte, Nutzer und Funktionen liegen außerhalb des Themes und bleiben beim Wechsel erhalten. Anpassen müssen Sie die Blöcke und Regionen des neuen Themes sowie Vorlagen für eigene Inhaltstypen.

Autor

Christian Heyer
GF / Beratung / Konzeption / Projektmanagement

Christian Heyer ist Geschäftsführer der RedOrbit GmbH. Er berät Unternehmen seit 2009 zu Drupal und verantwortet Konzeption und Projektmanagement.

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