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Drupal AI: Wie KI in Drupal-Websites arbeitet und wo sie hilft
Drupal AI ist das KI-Framework für Drupal: Das Modul bindet Sprachmodelle vieler Anbieter an und macht daraus Funktionen für Redaktion, Suche und Assistenten. Für Abläufe mit eigenen Regeln passt oft eine eigene Integration.

RedOrbit ist seit 2009 Drupal-Agentur in München. Für unseren eigenen Onlineshop Juui, den eine Tochtergesellschaft der RedOrbit GmbH betreibt, haben wir mehrere KI-Werkzeuge als eigene Drupal-Module entwickelt. Dieser Beitrag erklärt, was das AI-Modul kann, zeigt diese Werkzeuge im Praxisteil und ordnet ein, wann welcher Weg sinnvoll ist.
Was ist Drupal AI?
Mit Drupal AI ist meist das Contrib-Modul AI auf drupal.org gemeint. Es bildet die Grundlage, auf der weitere KI-Module aufbauen. Im Oktober 2026 ist 1.5 die aktuelle stabile Version. Sie läuft ab Drupal 10.5 und ab Drupal 11.2, laut Projektseite auf über 23.000 Websites.
Hinter dem Modul steht die Drupal AI Initiative, die im Juni 2025 gestartet ist. Ihr Leitbild: KI unter menschlicher Aufsicht, freie Wahl des Anbieters und Kontrolle darüber, wo die Daten liegen. Das Modul wird zusammen mit Drupal CMS weiterentwickelt.
Die Bausteine des Drupal-AI-Moduls
Das AI-Modul besteht aus einem Kern und mehreren Untermodulen. Einige Funktionen sind inzwischen eigene Projekte auf drupal.org und nicht mehr Teil des Hauptmoduls. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Bausteine.
| Baustein | Was er macht | Beispiel |
|---|---|---|
| AI Core mit Anbieter-Modulen | Einheitliche Schnittstelle zu Sprach- und Bildmodellen, Anbieter als Plugin | Wechsel von einem Anbieter zum anderen in der Konfiguration |
| AI Automators | Füllt ein Feld aus dem Inhalt anderer Felder, per Cron, Batch oder Klick im Editor | Zusammenfassung oder Schlagworte aus dem Text erzeugen |
| AI CKEditor (eigenes Projekt, Beta) | KI-Hilfe direkt im Texteditor | Text kürzen, umformulieren, übersetzen |
| AI Chatbot und Assistants API | Assistenten, die Fragen beantworten oder Aktionen auslösen | Chat auf der Website, der auf eigene Inhalte zugreift |
| AI API Explorer | Testumgebung für Anfragen an die angebundenen Modelle | Prompt und Modell ausprobieren, bevor eine Funktion gebaut wird |
| AI Observability | Protokolliert jede Anfrage an ein Modell | Nachvollziehen, welche Funktion wie viele Anfragen erzeugt |
| AI Search (eigenes Projekt, Alpha) | Semantische Suche über Search API und eine Vektordatenbank | Treffer nach Bedeutung statt nur nach Wortgleichheit |
KI-Agenten, die mehrere Schritte selbstständig ausführen, sind noch im Aufbau. Laut Projektseite sollen sie mit Version 2.0 in den Kern des Moduls wandern. Wie Sie Contrib-Module allgemein auswählen und prüfen, beschreibt unser Beitrag zu Drupal-Modulen.
KI in Drupal CMS und Canvas
In Version 2.0 hat Drupal CMS die KI-Funktionen ausgebaut, zum Beispiel um das Kategorisieren von Medien. Sie bauen auf dem AI-Modul auf. Wer Drupal CMS einsetzt, schaltet diese Funktionen bei Bedarf ein und verbindet einen Anbieter. Wie KI mit dem neuen Seiteneditor zusammenarbeitet, erklärt unser Beitrag zu Drupal Canvas.
Anbieter, Datenschutz und laufende Kosten
Das AI-Modul bindet viele Anbieter an, darunter OpenAI, Google Gemini, Anthropic, Microsoft Azure und AWS Bedrock. Über eigene Anbieter-Module lassen sich auch lokal betriebene Modelle anschließen. Die Wahl des Anbieters entscheidet, wohin Ihre Inhalte zur Verarbeitung gehen.
Klären Sie deshalb vor dem Start, welche Daten ein Modell sehen darf. Produkttexte sind meist unkritisch, Kundendaten und interne Dokumente nicht. Für sensible Inhalte kommen Rechenzentren in der EU oder lokal betriebene Modelle in Frage. Die EU-KI-Verordnung bringt ab dem 2. August 2026 Transparenzpflichten, etwa für Chatbots und KI-erzeugte Inhalte. Ob und wie sie Ihre Website betreffen, sollten Sie rechtlich prüfen lassen.
Dazu kommen laufende Kosten. Die meisten Anbieter rechnen nach Verbrauch ab. Ein Batch über den ganzen Katalog kostet mehr als ein gelegentlicher Textvorschlag im Editor. Planen Sie diese Kosten wie Hosting ein und behalten Sie den Verbrauch im Blick.
Aus unserer Praxis im Juui-Onlineshop
Juui ist unser eigener Drupal-Commerce-Shop für koreanische Kosmetik, betrieben von einer Tochtergesellschaft der RedOrbit GmbH. Die Werkzeuge setzen wir dort also selbst im Alltag ein. Für die tägliche Arbeit im Shop haben wir mehrere KI-Werkzeuge als eigene Drupal-Module gebaut. Sie arbeiten im gewohnten Drupal-Backend und lesen die Daten aus dem Shop. Das macht sie effizient: Es ist kein Chatfenster neben dem Shop, aus dem jemand Texte herauskopiert. Drupal gibt der KI den Auftrag, etwa zu einem Produkt zu recherchieren, die Ergebnisse laufen ins Backend zurück, und nach der Prüfung durch die Redaktion legt ein Klick das Produkt oder den Artikel direkt in Drupal an. Bei den meisten lässt sich der Modellanbieter umschalten.
Produkt-Assistent mit Regeln für Werbeaussagen
Ein mehrstufiges Formular im Commerce-Backend legt neue Produkte an. Die Redaktion gibt Marke, Produktname und die Liste der Inhaltsstoffe ein und lädt ein Produktfoto hoch. Die KI schreibt daraus zwei Beschreibungen: eine für den eigenen Shop und eine sachliche für Marktplätze. Dazu schlägt sie Kategorie, Hauttypen und Hautanliegen vor und erzeugt Meta-Titel und Meta-Description. Für einen Produkttext braucht die Redaktion so nur noch etwa ein Fünftel der Zeit wie vorher.
Kosmetik darf nicht mit Heilversprechen werben. Deshalb hängt an jeder Textanfrage ein fester Regelsatz für Werbeaussagen: keine Krankheitsbegriffe, keine Wirkversprechen, keine unbelegten Studienhinweise. Danach prüft das Modul den fertigen Text gegen eine umfangreiche Sperrliste. Rutscht trotzdem eine fragliche Aussage durch, zeigt es sie der Redaktion zur Prüfung an. Zusätzlich legt das Modul das Produkt unveröffentlicht an. Ein Mensch liest die Texte, prüft die Zuordnungen und schaltet das Produkt frei.
Blog-Assistent mit Prüfungen und Freigabe
Der Blog-Assistent erstellt Ratgeberartikel als Entwurf. Die Grundrecherche zu Produkten und Marken macht ein Redakteur und fasst sie in Stichpunkten zusammen. Zu den einzelnen Fragen recherchiert dann die KI weiter. Die Redaktion wählt ein Themenmuster, das Modul sucht passende Produkte aus dem Katalog und sortiert ausverkaufte Artikel aus. Danach schreibt die KI Text, Gliederung, FAQ und Meta-Daten.
Nach der Erzeugung laufen Prüfungen im Code. Sie suchen Floskeln aus einer Sperrliste und Konzentrationsangaben ohne Quelle. Interne Links darf die KI nur auf freigegebene Seiten setzen. Der Artikel landet als unveröffentlichter Drupal-Inhalt. Bestehende Artikel lassen sich überarbeiten, Drupal legt dann eine neue Revision an und die URL bleibt gleich. Veröffentlicht wird erst, wenn ein Mensch den Text gelesen hat.

Übersetzung mit Shop-Wissen
Für die englische Version des Shops haben wir ein Übersetzer-Plugin für das Contrib-Modul TMGMT geschrieben. Es übergibt Produkte, Kategorien, Marken und Blogartikel an ein Sprachmodell. Feste Regeln halten das HTML unverändert und lassen Marken-, Produkt- und Inhaltsstoffnamen unübersetzt. Werbeaussagen dürfen in der Übersetzung weder schwächer noch stärker werden. Die Übersetzungen übernimmt Drupal ohne Einzelfreigabe. Die Ausgangstexte sind zu diesem Zeitpunkt bereits von einem Menschen geprüft, und die Regeln verbieten, Aussagen zu verändern.
Was die Werkzeuge gemeinsam haben
- Arbeit im Backend: Alle Werkzeuge sind Formulare oder Plugins im Drupal-Backend. Die Redaktion braucht kein zweites Tool.
- Entwurf vor Veröffentlichung: Produkte und Artikel entstehen als Entwurf. Ausnahme ist die Übersetzung, für die enge Regeln gelten.
- Leitplanken im Code: Feste Vokabulare, Sperrlisten und erlaubte Linkziele prüft das Modul selbst, statt sich auf die Anweisung an das Modell zu verlassen.
- Anbieterwechsel: Bei den meisten Werkzeugen lässt sich der Modellanbieter in den Einstellungen umschalten.
- Protokoll: Die Module protokollieren Fehler und Verarbeitungsschritte im Drupal-Log.
AI-Modul oder eigene Integration?
Für Juui haben wir das AI-Modul nicht eingesetzt, sondern die Schnittstellen der Anbieter direkt aus eigenen Modulen angesprochen. Die Abläufe waren sehr speziell, und wir wollten Prüfung und Fehlerbehandlung genau auf den Shop zuschneiden. Das ist kein Urteil gegen das AI-Modul. Für viele Websites ist es der schnellere Weg.
| Frage | Drupal-AI-Modul | Eigene Integration |
|---|---|---|
| Passt gut für | Standardaufgaben wie Textvorschläge im Editor, Alt-Texte, Felder füllen, semantische Suche, Chatbot | Mehrstufige Abläufe mit eigenen Daten, eigenen Prüfungen und eigenen Entwurfsständen |
| Aufwand zum Start | Gering, viel ist Konfiguration | Höher, jede Funktion wird programmiert |
| Anbieterwechsel | Über Anbieter-Module eingebaut | Muss selbst gebaut werden |
| Wartung | Updates kommen aus der Community, Sie halten das Modul aktuell | Liegt bei Ihnen oder Ihrer Agentur |
| Prüfregeln | Allgemein, über Erweiterungen | Passend zu Ihren Inhalten und Vorgaben |
Beides lässt sich verbinden. Ein eigenes Modul kann die Anbieter-Schicht des AI-Moduls nutzen und nur die fachliche Logik selbst mitbringen. Wie wir eigene Module bauen, steht auf der Seite zur Drupal-Modulentwicklung.
Typische Einsatzfälle für KI in Drupal
- Texte und Alt-Texte vorschlagen. Spart Zeit beim Anlegen von Inhalten. Grenze: Fachliche Aussagen muss jemand prüfen.
- Inhalte verschlagworten. Funktioniert gut mit einem festen Vokabular. Grenze: Neue Begriffe erfindet die KI sonst nach Belieben.
- Semantische Suche. Findet Inhalte nach Bedeutung. Grenze: Braucht eine Vektordatenbank und gepflegte Inhalte.
- Übersetzen. Liefert schnell eine erste Fassung. Grenze: Markennamen, Fachbegriffe und rechtliche Aussagen brauchen feste Regeln.
- Assistent für Besucher. Beantwortet Fragen aus Ihren Inhalten. Grenze: Antworten können falsch sein und fallen unter Transparenzpflichten.
So führen wir KI in eine bestehende Drupal-Website ein
- Anwendungsfall wählen. Wir suchen eine Aufgabe, die oft vorkommt und deren Ergebnis sich prüfen lässt.
- Daten und Anbieter klären. Welche Inhalte darf das Modell sehen, wo soll es laufen, was kostet es im Betrieb.
- Weg festlegen und Prototyp bauen. AI-Modul, eigenes Modul oder beides. Der Prototyp läuft mit echten Inhalten auf einer Testumgebung.
- Redaktion einbinden. Wer gibt frei, welche Prüfungen laufen automatisch, was wird protokolliert.
- Betrieb. Modelle und Module ändern sich schnell. Updates, Kosten und Qualität gehören in die laufende Drupal-Wartung.
Wenn Sie noch am Anfang stehen, klären wir die Fragen aus Schritt 1 und 2 in einer Drupal-Beratung. KI-Projekte außerhalb von Drupal finden Sie unter KI-Entwicklung und KI-Beratung bei RedOrbit.ai.
Grenzen von KI in Drupal
Sprachmodelle schreiben überzeugend, auch wenn eine Aussage falsch ist. Deshalb braucht jede Funktion, die Texte veröffentlicht, eine Freigabe oder feste Regeln, die der Code prüft. Bei Kosmetik, Gesundheit oder Finanzen gilt das besonders.
Technisch sind die Antworten nicht immer sauber. In unseren Modulen kamen strukturierte Antworten gelegentlich fehlerhaft zurück, zum Beispiel mit typografischen Anführungszeichen, die das Format brechen. Lange Anweisungen werden in der Mitte weniger beachtet als am Anfang und am Ende. Beides lässt sich abfangen, kostet aber Entwicklungszeit.
Schließlich hängen Sie an einem Anbieter, seinen Preisen und seinen Modellversionen. Ein Wechsel sollte deshalb von Anfang an möglich sein, über das AI-Modul oder über eine eigene Umschaltung.
Häufige Fragen
Häufige Fragen
Was ist Drupal AI?
Drupal AI ist das KI-Framework für Drupal, vor allem das Contrib-Modul AI auf drupal.org. Es verbindet Drupal mit Sprachmodellen verschiedener Anbieter Auf ihm bauen Funktionen wie Textvorschläge im Editor, automatisch gefüllte Felder, Chatbots und semantische Suche auf, teils als eigene Projekte.
Welche KI-Anbieter lassen sich mit Drupal verbinden?
Das AI-Modul bindet Anbieter über eigene Module an, darunter OpenAI, Google Gemini, Anthropic, Microsoft Azure und AWS Bedrock. Auch lokal betriebene Modelle lassen sich anschließen. Eigene Integrationen können jede Schnittstelle ansprechen, die ein Anbieter bereitstellt.
Funktioniert Drupal AI auch mit Drupal 10?
Ja, die aktuelle Version des AI-Moduls läuft ab Drupal 10.5 (Stand Oktober 2026). Drupal 10 erreicht allerdings am 9. Dezember 2026 sein Support-Ende. Planen Sie das Upgrade mit ein, mehr dazu im Beitrag zum Drupal 10 Support-Ende.
Kann man KI in Drupal datenschutzkonform nutzen?
Das hängt davon ab, welche Daten an welchen Anbieter gehen. Unkritische Inhalte wie Produkttexte lassen sich meist an Cloud-Anbieter geben. Für personenbezogene oder vertrauliche Daten kommen Rechenzentren in der EU oder lokal betriebene Modelle in Frage. Die rechtliche Bewertung ersetzt das nicht.
Schreibt die KI unsere Texte selbst?
Sie liefert Vorschläge und Entwürfe. In unseren Projekten entstehen Produkte und Artikel unveröffentlicht, ein Mensch prüft und gibt frei. Automatisch übernehmen wir nur Ergebnisse, die feste Regeln eng begrenzen, etwa Schlagworte aus einem vorgegebenen Vokabular.
Kann RedOrbit KI in unsere bestehende Drupal-Website einbauen?
Ja. Wir prüfen mit Ihnen, ob die Funktionen des AI-Moduls reichen oder ob ein eigenes Modul besser passt, bauen einen Prototyp mit Ihren Inhalten und übernehmen danach den Betrieb. Beispiele aus der Praxis zeigt dieser Beitrag im Abschnitt zum Juui-Onlineshop.
Autor
Christian Heyer
GF / Beratung / Konzeption / Projektmanagement
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