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Drupal vs. Joomla: zwei Open-Source-CMS im Vergleich
Joomla und Drupal sind zwei kostenlose Content-Management-Systeme (CMS) mit offenem Quellcode. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie frei sich Inhalte strukturieren lassen.

Joomla passt gut zu Websites, deren Inhalte sich als Beiträge in Kategorien ordnen lassen. Drupal eignet sich für viele Inhaltstypen mit eigenen Feldern und Verweisen untereinander. Wer Drupal vs. Joomla abwägt, entscheidet damit vor allem über das Datenmodell, also darüber, wie Inhalte gegliedert und gespeichert werden.
Wir arbeiten seit 2009 nur mit Drupal und haben selbst keine Joomla-Projekte umgesetzt. Die Angaben zu Joomla stammen von joomla.org und aus der offiziellen Dokumentation. Mit Core ist im Folgenden das Grundsystem gemeint, das ohne zusätzliche Erweiterungen installiert wird.
Joomla vs. Drupal im Überblick
Die Tabelle zeigt den Stand vom Oktober 2026. Supportdaten ändern sich mit jeder neuen Version.
| Kriterium | Joomla | Drupal |
|---|---|---|
| Lizenz | GNU GPL, Version 2 oder später | GNU GPL, Version 2 oder später |
| Aktuelle Hauptversion | Joomla 6, erschienen am 14. Oktober 2025 | Drupal 11, erschienen am 2. August 2024; Drupal 12 für Dezember 2026 angekündigt |
| Supportzeitraum | Joomla 6: Fehlerbehebungen bis 17. Oktober 2028, Sicherheitsupdates bis 16. Oktober 2029 | Drupal 11: laut drupal.org voraussichtlich bis Ende 2028 |
| PHP-Version | Joomla 6: ab PHP 8.3 | Drupal 11: ab PHP 8.3 |
| Datenmodell | Beiträge in verschachtelten Kategorien, Tags, Zusatzfelder für Beiträge, Kontakte und Nutzer | Selbst angelegte Inhaltstypen mit Feldern, Verweise zwischen Inhalten, Taxonomie |
| Einstieg für die Redaktion | Beiträge und Kategorien sofort nutzbar | Inhaltstypen und Felder werden vorab geplant |
| Rechte und Freigaben | Nutzergruppen, Zugriffsebenen und vererbte Rechte; Freigaben über Workflows im Core | Rollen mit Rechten je Inhaltstyp; Freigaben über Content Moderation im Core |
| Mehrsprachigkeit | Im Core: Sprachfilter und verknüpfte Übersetzungen | Im Core: vier Module für Sprachen, Oberfläche, Inhalte und Konfiguration |
| Schnittstelle für Apps | Web Services API im Core | JSON:API im Core |
| Erweiterungen | Komponenten, Module, Plugins, Templates und Sprachpakete; Verzeichnis: Joomla Extensions Directory (ohne Templates) | Module und Themes auf drupal.org |
| Sicherheit | Security Strike Team für den Core, Liste verwundbarer Erweiterungen | Security Team für den Core und teilnehmende Module |
| Verbreitung laut W3Techs, 12. Oktober 2026 | 1,1 % aller Websites, 1,6 % Anteil unter den CMS | 0,6 % aller Websites, 0,9 % Anteil unter den CMS |
Quellen: Joomla-Roadmap, Joomla-Systemanforderungen, Drupal-Releaseplan, Ankündigung Drupal 11.4, Drupal-Lizenz. Die Zahlen zur Verbreitung stammen aus der CMS-Statistik von W3Techs.
Gemeinsamkeiten beider Systeme
Joomla und Drupal stehen unter der GNU GPL, Version 2 oder später, und sind in PHP geschrieben. Für Lücken im Core hat jedes Projekt ein eigenes Sicherheitsteam, das auch die Sicherheitshinweise veröffentlicht.
Unterschiede zeigen sich im Aufbau der Inhalte. Davon hängt ab, wie sich Rechte vergeben und Daten an Apps ausliefern lassen.
Wie Inhalte aufgebaut sind
In Drupal planen Sie zuerst, welche Arten von Inhalten es gibt. Für jede Art legen Sie einen Inhaltstyp an, etwa Veranstaltung, Produkt oder Ansprechpartner. Jeder Inhaltstyp erhält eigene Felder wie ein Datum, ein Bild oder eine Auswahlliste.
Inhalte können aufeinander verweisen, ein Produkt etwa auf seine Ansprechpartner. Eingeordnet wird über die Taxonomie, also selbst angelegte Begriffslisten wie Branche oder Thema. Dieses Datenmodell lohnt sich, wenn dieselben Daten gefiltert, sortiert und an mehreren Stellen ausgegeben werden.
Joomla bringt dagegen eine feste Grundstruktur mit. Inhalte sind vor allem Beiträge, die in verschachtelten Kategorien liegen und sich zusätzlich mit Tags verschlagworten lassen. Zusatzfelder ergänzen Beiträge, Kontakte und Nutzerprofile um eigene Angaben. Für Nachrichten, Seiten und einen Kontaktbereich genügt diese Struktur in vielen Fällen.
Eine Schnittstelle, über die Apps oder eine eigene Oberfläche Inhalte abrufen, bringen beide im Core mit: Joomla die Web Services API, Drupal das Modul JSON:API. Der Unterschied: In Drupal stehen alle selbst angelegten Inhaltstypen und Felder ohne Zusatzarbeit über JSON:API bereit.
Rechte, Sprachen und Erweiterungen
Rechte und Freigaben
Joomla vergibt Rechte an Nutzergruppen und vererbt sie von der globalen Einstellung bis zum einzelnen Beitrag. Dazwischen liegen die Komponente und die Kategorie. Eine Komponente ist der Programmteil für eine Inhaltsart, etwa für Beiträge oder Kontakte. Zugriffsebenen legen fest, wer einen Inhalt überhaupt sieht.
In Drupal bündeln Rollen die Berechtigungen, und jeder Inhaltstyp hat eigene Rechte zum Anlegen, Bearbeiten und Löschen. Für Freigabeabläufe bringt Joomla Workflows im Core mit, Drupal das Core-Modul Content Moderation.
Mehrsprachigkeit
Joomla unterscheidet die Sprachen der Oberfläche von den Sprachen der Inhalte. Ein Sprachfilter schaltet die mehrsprachige Website frei. Übersetzte Beiträge werden miteinander verknüpft.
Drupal verteilt die Aufgabe auf vier Core-Module für Sprachen, Oberfläche, Inhalte und Konfiguration. Übersetzen lassen sich damit auch selbst angelegte Feldbezeichnungen und die Texte von Listenansichten, direkt in der Oberfläche und ohne sie je Sprache neu anzulegen.
Erweiterungen
Joomla kennt mehrere Arten von Erweiterungen. Neben Komponenten gibt es Module als kleinere Blöcke neben dem Hauptinhalt und Plugins, die auf Ereignisse im System reagieren. Das Design liefert ein Template. Erweiterungen findet man im offiziellen Joomla Extensions Directory, Templates werden dort nicht geführt.
Drupal nennt jede funktionale Erweiterung Modul, das Design liefert ein Theme. Ein Joomla-Modul ist damit etwas anderes als ein Drupal-Modul. Prüfen Sie in jedem System vor dem Einsatz, ob eine Erweiterung zur aktuellen Version passt und regelmäßig Updates erhält.
Sicherheit und Supportzeiträume
Joomla 6 erschien am 14. Oktober 2025. Laut Roadmap erhält es Fehlerbehebungen bis zum 17. Oktober 2028 und Sicherheitsupdates bis zum 16. Oktober 2029. Für Joomla 5 endeten die Fehlerbehebungen am 13. Oktober 2026. Sicherheitsupdates gibt es laut Roadmap noch bis zum 12. Oktober 2027.
Joomla bezeichnet alle Termine der Roadmap als vorläufig. Zwischenversionen sollen laut Entwicklungsstrategie bestehende Erweiterungen nicht unbrauchbar machen. Solche Änderungen kommen erst mit der nächsten Hauptversion.
Drupal veröffentlicht alle zwei Jahre eine Hauptversion und etwa alle sechs Monate eine Zwischenversion (Minor-Version) mit neuen Funktionen. Jede Hauptversion wird mindestens vier Jahre unterstützt. Für Drupal 11 nennt drupal.org einen Supportzeitraum voraussichtlich bis Ende 2028. Was diese Version mitbringt, beschreibt unser Beitrag „Drupal 11: Was neu ist und für wen sich der Umstieg lohnt“.
Lücken im Joomla-Core bearbeitet das Joomla Security Strike Team. Für Lücken in Erweiterungen ist der jeweilige Anbieter zuständig. Bekannte Fälle sammelt Joomla in einer eigenen Liste verwundbarer Erweiterungen.
Bei Drupal veröffentlicht das Security Team Hinweise für den Core und für Module, die am Sicherheitsverfahren teilnehmen. Welches System sicherer ist, lässt sich daraus nicht seriös ableiten. Entscheidend ist, dass Updates zeitnah eingespielt werden. Wie das bei Drupal abläuft, erklärt unser Beitrag „Wie Drupal-Sicherheitsupdates funktionieren und was Betreiber tun müssen“.
Wann Joomla passt, wann Drupal
Joomla passt gut, wenn …
- Ihre Inhalte vor allem aus Beiträgen, Seiten und Kontakten bestehen.
- Kategorien und Tags Ihre Website gut abbilden.
- Ihr Team oder Ihr Dienstleister bereits gut mit Joomla arbeitet.
- eine gepflegte Joomla-Website Ihre Anforderungen weiter erfüllt.
Drupal passt eher, wenn …
- Sie viele Inhaltstypen mit eigenen Feldern und Verweisen brauchen.
- Ihre Inhalte über eine Schnittstelle in Apps oder eigenen Oberflächen erscheinen sollen.
- Rechte und Freigaben an Ihre eigenen Inhaltstypen gebunden sein sollen.
- Sie selbst angelegte Felder und Listenansichten in mehreren Sprachen pflegen.
Weitere Vergleiche finden Sie in den Beiträgen „TYPO3 vs. Drupal“ und „Drupal vs. WordPress“. In unserer Drupal-Beratung klären wir mit Ihnen, wie gut Drupal zu Ihrem Vorhaben passt.

Wechsel von Joomla zu Drupal
Ein Wechsel von Joomla zu Drupal ist ein Neuaufbau. Datenmodell, Rechte und Design entstehen in Drupal neu. Übernommen werden Inhalte, Medien und Nutzerkonten.
Für den Import gibt es im Drupal-Core die Migrate API. Zusammen mit ergänzenden Modulen liest sie Daten direkt aus der Joomla-Datenbank oder aus Dateien wie CSV, JSON oder XML.
Ein gepflegtes Modul speziell für Joomla fanden wir auf drupal.org nicht. Das Projekt Joomla Migrate zielt auf Joomla 3.5 und Drupal 8. Die Zuordnung wird deshalb für jedes Projekt einzeln geplant. Der Ablauf hat meist vier Schritte:
- Bestand erfassen. Beiträge, Kategorien, Tags, Felder, Menüs, Nutzergruppen und Erweiterungen auflisten.
- Datenmodell planen. Festlegen, welche Kategorien zu Inhaltstypen und welche zu Taxonomie-Begriffen werden.
- Import bauen und wiederholen. Die Migration läuft automatisiert und lässt sich vor dem Go-live mehrfach testen.
- URLs sichern. Alte Adressen bleiben erhalten oder führen per dauerhafter Weiterleitung (Statuscode 301) auf die neue Seite.
Wie wir dabei vorgehen, steht auf der Seite zur Drupal-Migration. Einen Wechsel aus einem anderen CMS zeigt das Inselportal Sylt Fräulein, das wir von WordPress auf Drupal 11 umgezogen haben.
Wenn Sie zwischen Joomla und Drupal abwägen, sehen wir uns Ihre Anforderungen gern gemeinsam an. CMS-Entscheidung besprechen
Häufige Fragen
Häufige Fragen
Ist Joomla einfacher als Drupal?
Joomla lässt sich ohne Vorarbeit nutzen, weil Beiträge und Kategorien fertig angelegt sind. In Drupal planen Sie Inhaltstypen und Felder vorab, dafür passt die Struktur später genauer zu Ihren Inhalten. Ein Test mit typischen Aufgaben Ihrer Redaktion zeigt, was Ihrem Team besser liegt.
Kann man von Joomla zu Drupal migrieren?
Ja, als Neuaufbau in Drupal. Die Migrate API im Drupal-Core liest zusammen mit ergänzenden Modulen Inhalte, Medien und Nutzerkonten direkt aus der Joomla-Datenbank. Alte URLs bleiben erhalten oder werden dauerhaft weitergeleitet.
Welches CMS ist sicherer, Joomla oder Drupal?
Eine pauschale Rangfolge gibt es nicht. Ein Unterschied liegt bei den Erweiterungen. Bei Joomla ist für sie der jeweilige Anbieter zuständig, bei Drupal koordiniert das Security Team Sicherheitshinweise nur für Module, die auf ihrer Projektseite als abgedeckt gekennzeichnet sind. Prüfen Sie vor dem Einsatz, wer eine Erweiterung pflegt.
Kosten Joomla oder Drupal Lizenzgebühren?
Nein. Kosten entstehen für Umsetzung, Hosting und Wartung. Was das bei Drupal bedeutet, erklärt unser Beitrag „Was kostet eine Drupal-Website?“.
Arbeitet RedOrbit auch mit Joomla?
RedOrbit setzt seit 2009 ausschließlich Drupal ein. Bei der Abwägung zwischen Joomla und Drupal beraten wir Sie trotzdem gern und sagen offen, wenn Joomla für Ihr Vorhaben genügt.
Autor
Christian Heyer
GF / Beratung / Konzeption / Projektmanagement
Passende Leistung
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