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TYPO3 vs. Drupal: zwei Open-Source-CMS im sachlichen Vergleich
TYPO3 und Drupal sind beide quelloffene CMS unter der GPL, die für größere Unternehmenswebsites mit vielen Sprachen und Redakteuren eingesetzt werden.

Sie unterscheiden sich vor allem im Releasemodell, in der Arbeitsweise der Redaktion und in der Technik dahinter; welches passt, hängt von Ihren Anforderungen und Ihrem Team ab.
TYPO3 und Drupal sind zwei quelloffene Content-Management-Systeme, die oft gegeneinander abgewogen werden, wenn eine größere Unternehmenswebsite neu entsteht. Wer „TYPO3 vs. Drupal“ sucht, findet vor allem Texte von Agenturen, die eines der beiden Systeme anbieten. Das gilt auch für diesen Beitrag: Wir arbeiten seit 2009 nur mit Drupal.
Wir haben uns trotzdem um einen sachlichen Vergleich bemüht. Alle Angaben zu Versionen, Lizenzen und Supportzeiten stammen aus den offiziellen Quellen von typo3.org, typo3.com und drupal.org. Wo TYPO3 die passendere Wahl ist, sagen wir das.
TYPO3 oder Drupal: der Vergleich auf einen Blick
Die Tabelle zeigt den Stand von Ende September 2026. Versionen und Supportdaten ändern sich mit jedem Release, deshalb aktualisieren wir den Beitrag nach jeder neuen TYPO3-LTS-Version und jeder neuen Drupal-Hauptversion.
| Kriterium | TYPO3 | Drupal |
|---|---|---|
| Lizenz | GNU GPL, Version 2 oder später | GNU GPL, Version 2 oder später |
| Releasemodell | Eine LTS-Version je Hauptversion: Auf x.0 bis x.2 folgt x.3 als LTS. TYPO3 14.3 LTS erschien am 21. April 2026. | Hauptversion alle zwei Jahre, Minor-Versionen etwa alle sechs Monate |
| Supportdauer | TYPO3 14 wird bis 30. Juni 2029 gepflegt | Jede Hauptversion mindestens vier Jahre |
| Verlängerter Support | ELTS als kostenpflichtiges Angebot von typo3.com, für TYPO3 14 bis 30. Juni 2032 | Vorgesehen ist das Upgrade auf die nächste Hauptversion |
| PHP-Version | TYPO3 14: PHP 8.2 bis 8.5 | Drupal 11: ab PHP 8.3 |
| Template-Sprache | Fluid | Twig |
| Redaktion | Seitenbaum mit Seiten und Inhaltselementen | Inhaltstypen mit Feldern; mit dem Modul Drupal Canvas auch ein visueller Seitenaufbau |
| Mehrsprachigkeit | Im Kern: Übersetzung von Oberfläche und Inhalten | Im Kern: vier Module für Sprache, Oberfläche, Inhalte und Konfiguration |
| Schnittstellen | JSON-Ausgabe über die Erweiterung „headless“ | JSON:API als Core-Modul |
| Erweiterungen | Extensions im TYPO3 Extension Repository (TER) | Module auf drupal.org |
| Sicherheit | Eigenes Security Team, veröffentlicht Security Advisories | Eigenes Security Team, veröffentlicht Security Advisories |
| Community | Aktive Community und viele Dienstleister | Aktive Community und viele Dienstleister |
Quellen: typo3.com Lizenzen, get.typo3.org TYPO3 14, typo3.com ELTS, drupal.org Lizenz, drupal.org Releaseprozess, drupal.org PHP-Anforderungen.
Gemeinsamkeiten
Beide Systeme stehen unter der GPL, Version 2 oder später. Lizenzkosten fallen also bei keinem an. Beide sind in PHP geschrieben und laufen auf üblichen Linux-Servern mit einer SQL-Datenbank.
TYPO3 und Drupal bringen Rollen und Rechte für Redaktionen mit, dazu Mehrsprachigkeit im Kern. Beide werden für Websites mit vielen Seiten, Sprachen und Beteiligten eingesetzt. Für einen kleinen Webauftritt mit wenigen Seiten sind beide eher reichlich bemessen.
Auch in der Sicherheit ähneln sich die Projekte. Beide haben ein eigenes Security Team, das gemeldete Lücken bearbeitet und Advisories veröffentlicht. Eine seriöse Rangfolge, welches System sicherer ist, lässt sich daraus nicht ableiten.
Wo sich TYPO3 und Drupal unterscheiden
Die Unterschiede liegen weniger im Funktionsumfang als in der Art, wie die Systeme gebaut und gepflegt werden.
Releasezyklus und Planbarkeit
TYPO3 arbeitet mit Long Term Support. Eine Hauptversion durchläuft die Versionen x.0 bis x.2 und wird mit x.3 zur LTS-Version. Auf diese Version setzen die meisten Projekte. TYPO3 13 LTS erschien im Oktober 2024, TYPO3 14 LTS im April 2026. TYPO3 14 wird bis Ende Juni 2029 gepflegt. Wer länger auf einer Version bleiben will, kann bei typo3.com Extended Long Term Support (ELTS) gegen Gebühr buchen, für TYPO3 14 bis Ende Juni 2032.
Drupal geht einen anderen Weg. Alle zwei Jahre erscheint eine Hauptversion, dazwischen etwa alle sechs Monate eine Minor-Version mit neuen Funktionen. Eine Hauptversion erhält mindestens vier Jahre Sicherheitsupdates. Der Sprung zur nächsten Hauptversion ist in der Regel ein Upgrade, kein Neuaufbau, wenn die Website laufend aktuell gehalten wurde. Laut dem Zeitplan auf drupal.org endet der Support für Drupal 10 am 9. Dezember 2026, Drupal 12 ist für dieselbe Woche angekündigt.
Für den Betrieb heißt das: Bei TYPO3 bleiben Sie innerhalb einer LTS-Version auf demselben Funktionsstand und spielen nur Fehler- und Sicherheitsupdates ein und können mit ELTS verlängern. Bei Drupal kommen alle sechs Monate Minor-Versionen hinzu, die Sie innerhalb eines Jahres einspielen sollten. Wer das tut, hält den Schritt zur nächsten Hauptversion klein. Wie sich das konkret auswirkt, zeigt unser Beitrag zum Support-Ende von Drupal 10.
Arbeitsweise der Redaktion
In TYPO3 arbeitet die Redaktion im Seitenbaum. Sie legt Seiten an, ordnet sie im Baum und füllt sie mit Inhaltselementen wie Text, Bild oder Formular. Die Struktur der Website ist damit direkt sichtbar. Wer gewohnt ist, in Seiten zu denken, findet sich schnell zurecht.
Drupal denkt in Inhaltstypen. Eine Veranstaltung oder ein Produkt hat eigene Felder, und die Seiten setzen sich aus diesen Daten zusammen. Das hilft, wenn dieselben Inhalte an mehreren Stellen erscheinen, gefiltert oder sortiert werden sollen. Mit dem Modul Drupal Canvas gibt es inzwischen auch einen visuellen Page Builder, in dem Redakteure Seiten im Browser zusammenstellen.
Welche Arbeitsweise einfacher ist, hängt von Ihren Inhalten und Ihrem Team ab. Testen Sie beide Systeme mit echten Aufgaben aus Ihrem Redaktionsalltag.
Datenmodell und Schnittstellen
Drupal speichert Inhalte als Entitäten mit Feldern. Beziehungen zwischen Inhalten, etwa zwischen einem Produkt und seinen Ansprechpartnern, lassen sich direkt abbilden. Das Core-Modul JSON:API stellt diese Inhalte ohne Zusatzentwicklung als Schnittstelle bereit. Damit eignet sich Drupal gut als Datenquelle für Apps, Smart-TV-Anwendungen oder ein separates Frontend. Mehr dazu auf unserer Seite zu Headless Drupal.
TYPO3 gibt Seiten im Kern als HTML aus. Für eine JSON-Ausgabe gibt es die Erweiterung „headless“, die Seiten, Inhaltselemente und Menüs als JSON bereitstellt. Headless-Projekte sind also mit beiden Systemen möglich, der Weg dahin ist verschieden.
Auch bei Rollen und Rechten zeigt sich das Datenmodell. In Drupal lassen sich Rechte fein nach Rolle und Inhaltstyp vergeben. Ein Beispiel dafür ist ein Drupal-Intranet, in dem Abteilungen nur ihre eigenen Bereiche sehen und bearbeiten. TYPO3 bietet mit Backend-Gruppen und Workspaces ebenfalls fein abgestufte Rechte und Freigaben.

Entwicklung
TYPO3 nutzt Fluid als Template-Sprache. Fluid ist ein eigenes Open-Source-Projekt und lässt sich auch außerhalb von TYPO3 einsetzen. Drupal verwendet Twig, eine Template-Sprache aus dem Symfony-Umfeld. Beide trennen die Ausgabe sauber vom PHP-Code, sodass Frontend-Entwickler an den Templates arbeiten können, ohne in die Logik einzugreifen.
Im Kern setzt Drupal auf Komponenten des Symfony-Frameworks, etwa für Routing und den Service-Container. Entwickler mit Symfony-Erfahrung finden darin viel Vertrautes. Beide Systeme lassen sich über Composer installieren und erweitern. Wie aufwendig eine Eigenentwicklung wird, hängt stärker von der Aufgabe ab als vom System.
Ökosystem und Dienstleister
Für beide Systeme gibt es aktive Communities und viele Agenturen. Erweiterungen finden Sie bei TYPO3 im Extension Repository, bei Drupal als Module auf drupal.org. Prüfen Sie bei jeder Erweiterung, ob sie für Ihre Version gepflegt wird, wann die letzte Veröffentlichung war und wer sie betreut. Eine Website mit wenigen, gut gepflegten Erweiterungen lässt sich leichter aktualisieren als eine mit vielen.
Wichtiger als die Größe der Community ist die Frage, wer Ihre Website in fünf Jahren betreut. Haben Sie im Haus oder bei Ihrem Dienstleister Know-how in einem der Systeme, ist das ein gewichtiges Argument.

Welches CMS passt zu welchem Vorhaben?
Die folgenden Punkte sind Tendenzen, keine Regeln.
Drupal passt eher, wenn …
- Ihre Inhalte stark strukturiert sind und an mehreren Stellen in unterschiedlicher Form erscheinen.
- Inhalte auch an Apps, Smart-TVs oder andere Frontends ausgeliefert werden sollen.
- viele Rollen an denselben strukturierten Inhalten arbeiten und Rechte je Inhaltstyp brauchen.
- Ihr Team mit Symfony oder Twig vertraut ist oder bereits Drupal-Know-how hat.
TYPO3 passt eher, wenn …
- Ihr Team oder Ihr Dienstleister bereits TYPO3-Erfahrung hat und gut damit arbeitet.
- Ihre Redaktion vor allem in Seiten und einer klaren Seitenhierarchie denkt.
- Sie lange Zeiträume ohne Versionswechsel planen wollen und ELTS dafür einkalkulieren.
- bereits eine gepflegte TYPO3-Website besteht, die Ihre Anforderungen weiter erfüllt.
Den Vergleich mit einem dritten System finden Sie in unserem Beitrag Drupal vs. WordPress. Was Drupal selbst ausmacht, beschreibt der Beitrag Was ist Drupal?
So treffen Sie die Entscheidung in fünf Schritten
Ein CMS bleibt meist viele Jahre im Haus. Deshalb lohnt ein geordnetes Vorgehen:
- Anforderungen erfassen. Halten Sie fest, welche Inhalte es gibt, in welchen Sprachen, wer sie pflegt und mit welchen Systemen die Website Daten austauscht.
- Redaktion einbeziehen. Lassen Sie Redakteure typische Aufgaben in beiden Systemen erledigen, etwa eine Seite anlegen, ein Bild tauschen, eine Übersetzung freigeben.
- Betrieb klären. Prüfen Sie, wie Releasezyklus und Updates zu Ihrer Planung passen, wo gehostet wird und wer sich im Haus mit welchem System auskennt.
- Bestand und Migration bewerten. Klären Sie, was aus dem heutigen System übernommen werden muss und wie aufwendig das ist.
- Entscheidung dokumentieren und prüfen. Halten Sie die Gründe schriftlich fest und testen Sie die kritischen Abläufe an einem Prototyp.
Bei Drupal-Projekten begleiten wir genau diesen Weg in unserer Drupal-Beratung: von den Zielen über Bestand, Anforderungen und Konzept bis zu Architektur und Prototyp.
Wechsel von TYPO3 zu Drupal
Ein Wechsel von TYPO3 zu Drupal ist ein Neuaufbau in Drupal. Inhalte, Medien und Nutzer werden per Export und Import übernommen. Der Import lässt sich automatisiert wiederholen, sodass Sie ihn vor dem Go-live mehrfach prüfen können.
Wichtig für Suchmaschinen sind die URLs. Bestehende Adressen bleiben erhalten oder werden per Weiterleitung auf die neue Struktur umgeleitet. Wie wir dabei vorgehen, steht auf der Seite zur Drupal-Migration. Beispiele für umgesetzte Websites finden Sie in unseren Drupal-Referenzen.
Wenn Sie zwischen TYPO3 und Drupal abwägen, besprechen wir Ihre Anforderungen gern, auch solange die Entscheidung noch offen ist. CMS-Entscheidung besprechen
Häufige Fragen
Häufige Fragen
Ist TYPO3 oder Drupal sicherer?
Eine pauschale Rangfolge gibt es nicht. Beide Projekte haben ein eigenes Security Team, das gemeldete Lücken bearbeitet und Advisories veröffentlicht: TYPO3 Security Advisories und Drupal Security Advisories. Entscheidend ist, dass Ihre Website regelmäßig aktualisiert wird und auf einer unterstützten Version läuft.
Was ist für Redakteure einfacher, TYPO3 oder Drupal?
Das hängt von der Arbeitsweise ab. TYPO3 ordnet Inhalte im Seitenbaum, Drupal in Inhaltstypen mit Feldern, mit Drupal Canvas auch in einem visuellen Page Builder. Am besten lassen Sie Ihre Redaktion typische Aufgaben in beiden Systemen testen.
Was kostet TYPO3 im Vergleich zu Drupal?
Beide Systeme stehen unter der GPL, Lizenzkosten fallen nicht an. Die Kosten entstehen durch Konzeption, Umsetzung, Hosting und Wartung und hängen vom Umfang des Projekts ab. Welche Faktoren bei Drupal den Aufwand bestimmen, erklärt unser Beitrag Was kostet eine Drupal-Website.
Kann man von TYPO3 zu Drupal wechseln?
Ja. Die Website wird in Drupal neu aufgebaut, Inhalte, Medien und Nutzer werden per Export und Import übernommen, URLs bleiben erhalten oder werden weitergeleitet. Mehr dazu auf unserer Seite zur Drupal-Migration.
Bietet RedOrbit auch TYPO3 an?
Nein. RedOrbit arbeitet seit 2009 nur mit Drupal. Wenn Sie zwischen TYPO3 und Drupal abwägen, unterstützen wir Sie gern mit unserer Drupal-Beratung bei der Entscheidung.
Autor
Christian Heyer
GF / Beratung / Konzeption / Projektmanagement
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